Wann genau ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um den Körper erneut einer Belastung auszusetzen?
(Fortsetzung)
Gott sei Dank.
Der zweite
Nachteil dieses Prinzips ist jener: Wann genau ist der richtige Zeitpunkt
gekommen, um den Körper erneut einer Belastung auszusetzen? Es gibt zwar
ungefähre Richtlinien dafür, etwa 48-72 Stunden Regenerationszeit nach einem Intervalltraining,
bloß: Was genau versteht das Individuum unter „Intervalltraining“ (das kann von
z. B. von 4x400m bis 20x1000m so ziemlich alles sein, von den Intensitäten mal
ganz abgesehen…), dann macht es einen Riesenunterschied, ob man lauf-, rad- oder
schwimmmäßig unterwegs ist, wie das sonstige Training aussieht, der
Trainingszustand, die Faktoren, die das Training beeinflussen (Temperatur,
Ernährung, usw.), und,... Einzig und allein das Faktum, dass irgendwann
eine neue Belastung gesetzt werden muss, um mittel- bis langfristig einen
Leistungsfortschritt zu erzielen, ist klar. Die richtigen Zeitpunkte kann nur
ein sehr erfahrener Athlet oder Trainer bestimmen.
Faktum ist aber
auch, dass nach einer Trainingseinheit Regeneration angesagt ist. Und die
beginnt an und für sich schon mit dem Auslaufen oder Ausradeln, kurz „Cool
down“ genannt. Erstens ist dies für die Psyche wichtig, eben noch hat man etwa
einen letzten, harten Tausender auf die Laufbahn geknallt, da tut langsames
Austraben sehr gut, man beginnt im Kopf zu verarbeiten, was man eben gerade
geleistet hat; zweitens ist dies auch für den Körper enorm wichtig, da durch
die lockere Bewegung der Kreislauf in Schwung bleibt und die regenerativen
Prozesse gestartet werden. Und die sollten mit ausreichender
Flüssigkeitszufuhr, hochwertigem Eiweiß und wertvollen Kohlenhydraten relativ
bald nach dem Training (40-60 Min nach der Belastung ist z. B. ein optimales
Zeitfenster für die Eiweißzufuhr) am Laufen gehalten werden. Klarerweise spielt
da die individuelle Verträglichkeit auch eine große Rolle. Auf belastende
Einheiten sollten stets lockere Grundlagen- oder gar Regenerationseinheiten
sowie genügend Schlaf folgen.
Sogenannte
„Trainingsweltmeister“ trainieren immer einen Tick über dem, was dem Körper gerade
noch zuträglich und für Leistungssteigerungen nützlich wäre. Da fehlt oft die
Regeneration, der Körper kann nicht ewig kompensieren, im Wettkampf bringt man
es dann nicht. „Mut zur Pause“ wäre auch hier angesagt.