Die wenigsten probieren Neues aus, stapfen brav Woche für Woche, Jahr für Jahr, in ihren alten Fußspuren herum, trainieren ähnlich, machen immer dieselben Wettkämpfe, dieselben Wettkampfdistanzen
(Fortsetzung)
bis gar
nicht.
Viele versuchen
jahrelang, im Marathon zu reüssieren, nehmen sich Zeitziele von sub 3h30Min vor,
die sie Jahr für Jahr zweimal so richtig verfehlen. Dabei rennen sie bis zu 100
km die Woche, machen prinzipiell auch nicht viel falsch, was die
Trainingsplanung und deren Einhaltung betrifft, und brauchen dennoch immer
länger als 5 Min/km. Gerade diese Spezies wäre wohl wesentlich besser auf
kürzeren Distanzen aufgehoben, Wettlauf-Angebote gibt es allerorts genug. Klar,
man will unbedingt einmal in seinem Leben einen (ordentlichen) Marathon
gelaufen sein, dann ist´s genug. Doch stehen Aufwand und die vielen
Enttäuschungen wirklich dafür?
Es gibt z. B.
zahlreiche Laufvereine, die Wettkämpfe von 60 m bis 10.000 m auf der Bahn
anbieten. Was spricht dagegen, wenn man sich mal ein paar Monate gezielt sagen
wir mal auf einen 1.500-m-Lauf vorbereitet? Natürlich sieht das Training für
eine so kurze Distanz etwas anders aus als das für einen Marathon, aber zum
einen besteht es selbstverständlich auch aus vielen Laufkilometern (die sich
zwar gänzlich anders gestalten, aber die Grundbewegung ist doch gleich), zum anderen
wird der Laufstil darunter sicher nicht leiden, im Gegenteil; durch wesentlich
mehr Laufkoordinationselemente, durch das wesentlich höhere Tempo wird der
Schritt deutlich kräftiger. Der gesamte Bewegungsablauf profitiert davon. Man
lernt sich selbst in anderen Energiestoffwechselsituationen kennen, wird zum
ersten Mal erleben, wie es ist, wenn man vollkommen sauer noch zwei Runden zu
absolvieren hat, wird vom Kopf her unheimlich stark werden.
Ausflüge auf
Unterdistanzen machen sich - so man nicht übertreibt damit - letztendlich auch
auf längeren Strecken bezahlt. Wer nach ein, zwei erfolgreichen Bahnsaisonen
wieder zurück zum Marathon will, bitte. Viele bleiben aber auf der Tartanbahn.
Ach ja, noch etwas; scheuen Sie sich nicht davor, zu einem Verein zu gehen und
auf der Bahn zu laufen. Funktionäre, Trainer stehen meist sehr gern beratend
zur Seite - immerhin haben die ja auch mal klein angefangen - und die
Nenngelder für Bahnrennen sind auch wesentlich geringer; einzige Voraussetzung
ist meist die Zugehörigkeit zu einem Leichtathletikverein.