Veranstaltungs-Gründer Kurt Mitschko bejubelt 1.500 Voranmeldungen beim Austria Triathlon Podersdorf, welcher vom 25. bis 26. August zum 25ten Mal stattfindet.
(Fortsetzung)
zum Hans Ettl, der sich alles angehört und
uns dann gefragt hat, ob so ein Ironman-Triathlon eine Woche dauert, oder?
Nein, nur einen Tag, haben wir ihm erklärt. Da hat er die Hände fast überm Kopf
zusammengeschlagen und gemeint, das wären wohl komplett Verrückte. Er war aber
einverstanden mit einer Einschränkung, eh klar damals: Geld gibt´s von uns
keines!"
Und
wie habt ihr die Veranstaltung dann im Jahr 1988 doch auf die Beine gestellt?
Kurt
Mitschko: "Es ist uns gelungen, einige Sponsoren zu gewinnen wie
Varta-Batterien, Raiffeisen, lokale Firmen und Alpquell, die haben uns mit
Naturalien, also Mineralwasser, versorgt – wir haben dann mehr Flaschen gehabt,
als wir gebraucht hätten, 100 Flaschen zu viel. Es waren nur 37 Triathleten am
Start, ganz Junge, aber auch schon Gustl Muhr, damals 55 Jahre jung und heute
als 80-Jähriger immer noch beim Halb-Ironman dabei. Als Marcel Skala damals
gemeint hat, in 10 bis 15 Jahren würd´s ein Hit werden, hab ich nur gelacht und
gesagt: wenn wir einmal 500 oder 600 Triathleten am Start haben, dann wär´s
super. Inzwischen sind´s 1.500, die heuer mitmachen. Eine tolle Entwicklung.
Das Geld, das wir am Anfang reingesteckt haben, war also gut investiert."
Wie
war 1988 die Resonanz auf die Premiere?
Kurt
Mitschko: "Gut für damalige Begriffe, beim 2. Mal waren schon 60 am Start, der
richtige Durchbruch aber kam erst 1992 - und war zugleich mit einem Absturz aus
höherer Gewalt verbunden, der uns 250.000 Schilling gekostet hat, damals eine
Stange Geld. Nach einem sechs Seiten langen Artikel im „Deutscher Triathlon“ kamen nicht weniger als
300 Deutsche nach Podersdorf, alles in allem 600 Teilnehmer. Aber dann gab es
schwere Unwetter, wir mussten das Schwimmen wegen der Grundwelle absagen, weil
keine Rettungsboote fahren konnten, darum haben viele ihre Nennung
zurückgezogen, nur 380 sind dann gestartet im Duathlon – und ohne Triathlon hat
sich der ORF umgedreht, hat nichts gedreht, nichts gebracht, darum haben die
Sponsoren auch viel weniger gezahlt. Vier Jahre später haben wir wieder
Wetterpech gehabt, gottlob zum letzten
Mal – damals wurde aus dem Langdistanz-Triathlon der längste Duathlon der Welt,
also ein Rekord.
Warum
heißt der Podersdorf-Triathlon eigentlich nicht Ironman, obwohl es auf der
Hawaii-Langdistanz um Sieg und Titel geht?
Kurt
Mitschko: "Das hängt mit einem der ersten Sponsoren zusammen, mit Tyrolia und
seinem damals großzügigen Prokuristen Schwarzinger. Er hat uns Gutscheine (für
Rucksäcke, Ski, Bindungen etc.) um 50.000 Schilling gegeben, dafür haben wir es
Ironman-Tyrolia genannt. Kaum war er
vorbei, schon war die Klagedrohung aus Hawaii dabei, das hatte in Patent auf
den Namen Ironman. Detlef Kuhne, ein Deutscher, kam zu Vertragsverhandlungen
nach Wien, er wollte eine Million haben, der damals für Sport zuständige
Ex-Fußball-Nationaltormann Kaipel aber hat abgelehnt, zu teuer. So kam der
Ironman vom Neusiedler See zum Wörther See, weil Kärnten das Patent gekauft
hat.
Euer
oder ihr Durchhaltevermögen aber hat sich doch bezahlt gemacht, oder?
Kurt
Mitschko: "Geld ist immer noch Mangelware, aber wir kommen über die Runden, weil
sich viele reinhängen. Anders würde es ja b einem Budget von 300.000 Euro gar
nicht gehen, darüber hinaus haben wir auch 300 Helfer, allerdings bezahlte und
keine Volunteers wie bei Olympia in London - oder aber in Kärnten…
Sie
sind Mann der ersten Stunde als Triathlet und Veranstalter - aber haben Sie
selbst auch mitgemacht? Und was erwarten Sie sich sportlich vom Podersdorfer
Jubiläum?
Kurt
Mitschko: "Also bei den ersten beiden Langdistanz-Triathlons war ich nicht nur
am Start, sondern hab auch gewonnen in mehr als 10 Stunden, soweit ich mich
erinnern kann. Heuer würd ich mich wahnsinnig freuen, würde gerade beim 25.
Triathlon in Podersdorf endlich der Frühwirth-Streckenrekord gebrochen, für den
es ja eine ganz tolle Prämie gibt – ein VW-Golf-Cabrio aus dem Hause Kamper im
Wert von etwa 30.000 Euro. Dafür lohnt es sich schon, alles aus sich
herauszuholen."