Österreich denkt über die Frage nach, ob Sport und körperliche Ertüchtigung dumm machen.
(Fortsetzung)
nach dieser Zeit waren nicht weniger flott als oftmals seine Schwimmzeiten
im Becken. Aber dieses dauernde Hin- und Herschwimmen und auf die schwarze
Linie starren, das kann bisweilen schon trübsinnig machen. Und einen vom
Nachdenken abhalten. Dabei ist Schwimmtraining eine ständige Hinhalterei, außer
beim Ein- und Ausschwimmen kann man da wirklich nicht viel denken. Weil man
sich konzentrieren muss, auf den Armzug, den Beinschlag, die
Über-/Unterwasserphase, das Atmen, die Wende. Ja, die Wende, die hat sozusagen
sich selbst gebracht, und man hat wirklich darüber nachzudenken begonnen, ob
Sport blöd macht. Also Spitzensport in Österreich wohlgemerkt.
Die Antwort des
Herminators hätte reifer und souveräner kaum sein können, und auch
Gesamtweltcupsieger Hirscher ist verbal verdammt weit. Um gleich bei den Fakten
zu bleiben, „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“, keine Frage. Was hat
das Individuum schon? Geist, Körper, Seele eventuell, wer sich bildet, sein
Hirn fordert, bleibt auf diesem Gebiete fit, doch die Hülle muss passen,
schließlich hat man nur eine. Ein klares Ja also zu mehr Schulsport oder
wenigstens –bewegung, das dürfte doch gar keine Diskussion sein in der heutigen
Zeit, in der die Krankenkassenkosten aufgrund der latenten und immer mehr
aufkeimenden Passivität explodieren, in einer Zeit, in der schon
Volksschulkinder unter Diabetes Typ II (früher Altersdiabets…) leiden. Wie
krank ist unsere Gesellschaft eigentlich schon, dass da tatsächlich politisiert
werden muss, das noch dazu als „Folge“ (…) der London-Pleite. Hilfe schreien
würde man gern, wenn´s doch nur einer von den Verantwortlichen verstünde.
Je besser man in
einer Sportart ist, desto spezialisierter muss man trainieren, keine Frage. Wer
heute etwa im Ironman Weltspitze werden möchte, darf sich sofort von Familie,
Freunden und Arbeit verabschieden, muss einsam irgendwo im Dauertrainingslager
leben. In den meisten anderen Sportarten ist es ebenso. Aber jemandem deshalb
zu unterstellen, er würde immer dämlicher werden, ist eine nicht bestätigbare
These. Und viel zu philosophisch ist das Ganze auch, denn wer bestimmt, wie man
zu leben hat, wer gescheit ist, wer intelligent? Etwas für seinen Geist UND
seinen Körper zu tun, das ist sicherlich intelligent. Wie weit man dabei gehen
mag, bleibe einem selbst überlassen. Demut und Bescheidenheit jedoch sind und
bleiben eine Zier.