Für viele hat der Ernst des Lebens nach einer langen Sommer-Durststrecke wieder begonnen. Die Kinder müssen die Schulbank drücken, die Erwachsenen in diversen überheizten Büros ihr Leben fristen.
(Fortsetzung)
in den Bergen im Vordergrund stehen. Die Wettkämpfe - zumindest die
wichtigen - sind meist Geschichte, die nächste Saison könnte weiter kaum entfernt
sein; so kann man getrost und reinen Gewissens einige Genuss-Bergtouren im
Gebirge absolvieren. Man tut allerdings gut daran, bereits im Vorfeld auf
wenigstens nicht ganz so hohen Hügeln gewesen zu sein, um vor allem das
Bergabgehen oder gar -laufen trainiert zu haben. Durch die exzentrischen
Muskelbelastungen bei jedem einzelnen Bergabschritt kommt es sonst bereits bei
der allerersten Herbst-Bergtour zu mikroskopisch kleinen Einrissen in den
Muskelzellen, die sich zu einem so unfassbaren Muskelkater auswachsen können,
dass man den Rest des Herbsturlaubs nur noch in der Sauna verbringen kann. So
man den einen Schritt auf die unterste Saunastufe/-sprosse irgendwie
zusammenbringt. Und vor allem den anderen Schritt wieder hinunter.
Für viele
ambitionierte Läufer oder Läuferpaare wird dann die Herbst-Wanderwoche
ungewollt wieder zur Trainingswoche, da das Wandertempo dem Trainingszustand
angepasst wird; und der ist Ende der Saison natürlich bei den meisten recht
hoch. So kommt es nicht selten vor, dass aus einer solchen
Genuss-Regenerations-Spazierwoche ein knallhartes Trainingslager wird, von dem
man sich hernach wochenlang ausruhen müsste/muss. Solange man in seinem
persönlichen „Yes“ ist damit, kein Problem. Wer nach einer langen Saison
überhaupt keine Lust mehr auf Bewegung, aber auch keine auf allzu heftige
Gewichtszunahme hat, kann sich - so sein finanzieller Rahmen dies zulässt - ja
auch in einem Wellnesshotel einbuchen. Zwei, drei Kräftigungseinheiten dürfen
es dann schon sein, Sauna und Dampfbad gaukeln einem ebenfalls vor, dass man
trainiert - und tatsächlich wird der Stoffwechsel dadurch zumindest ein wenig
angeregt - vor allem der "psychische Stoffwechsel" - und damit tut man sich und
seiner Seele etwas sehr Gutes. Zu welcher dieser Gruppen Sie sich auch zählen,
seien Sie froh, dass Sie sich überhaupt zu einer dieser Gruppen zählen dürfen -
sonst müssen Sie nämlich hier bleiben und arbeiten.