Im schulischen Sportunterricht sollte der geübte Turnlehrer mehr tun, als nur einen Ball in den Turnsaal zu werfen.
(Fortsetzung)
und so fort. All das klarerweise mit Spaß an der Freude, motiviert bis in
die Haarspitzen, und darin liegt die Schwierigkeit. Maria Montessori hat einst
gesagt, man solle dem Kinde helfen, es selbst zu tun. Sozusagen seine innere,
seine eigene Motivation so hervorkitzeln, dass es gar nicht umhin kann, als
„es“ (was auch immer dieses „es“ umfasst) lernen zu wollen. Ein guter Trainer
kann genau das; seine Schützlinge vergöttern ihn beinah, sodass alles, was er
tut, was er sagt, zur Maxime des eigenen Handelns werden kann. Der Trainer wird
zum verehrten Vorbild, dem nichts und niemand etwas anhaben kann; dessen Wort
gilt. Die Eigenmotivation der Individuen wird so hoch, dass die bloße
Gegenwart, die nicht einmal auf das Räumliche, sondern lediglich auf das
Zeitliche bezogen sein muss, reicht, damit die Schützlinge das optimale Maximum
aus sich herausholen.
Ein guter
Turnlehrer tut sich natürlich auch leichter, wenn er in eine solche Rolle
schlüpfen kann. Wenn die Kinder zu ihm aufschauen, aber klarerweise mit Respekt
und stets ohne Angst. Dafür bedarf es allerdings einer hohen Disziplin, die der
Lehrer in sich haben sollte. Dazu gehört auch seine Vorbildwirkung außerhalb
der Schule, etwa das Stehenbleiben bei Rot oder die Nichtkonsumation von
Nikotin oder Alkohol, wenn er von einem Kinde dabei gesehen werden könnte.
Wenn all das
passt, wird die Vermittlung einer möglichst breiten sportlichen Grundausbildung
mehr oder weniger ein Kinderspiel. Jede zu frühe Spezialisierung hin zu nur
einer Sportart sollte zumindest der Schul-Turnlehrer vermeiden. Wobei „zu früh“
klarerweise schwer zu definieren ist. Wer Spitzenschwimmer werden möchte, kommt
nicht umhin, bereits im zarten Alter von 4 oder 5 Monaten, äh.., Jahren
leistungsmäßig im Schwimmkader zu trainieren. Dennoch darf und soll der
Schulsport begleitend dazu spielerische Trainingsmöglichkeiten alle
Körpererfahrungen betreffend bieten. Wenn man die fünf motorischen
Grundeigenschaften, also Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und
Schnelligkeit hernimmt, sollte für alles etwas dabei sein. Wobei das
Hauptaugenmerk eben auf Spaß, Spielerischem und - ganz klar - auf
Altersgemäßheit liegen muss. Krafttraining im Volksschulalter findet z. B.
niemals mit Hanteln oder auf Fitnesscenter-Geräten statt. Der eigene Körper
dient vollkommen ausreichend als Fitnessgerät.